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Artikel:

KunneräderchenSemantische Klasse Kleidung

Hochdeutsch: Regiment Linie Achselklappen
  1. kurh. (Leib)-Regiment, Linie, gelbe Achselklappen (preuß. Reg.)10

Anmerkung 10: Kunneräderchen: Die Lieblingstruppe der Kasselaner zu kurhessischer Zeit war, wie sich das auch bei jedem Herbstmanöver unter dem letzten Kurfürsten zeigte, das Leibregiment (1. Infanterie-Regiment), die sogenannten "Konräderchen", deren Popularität den Berliner "Maikäfern" nicht nachstand. Nach Aussage früherer kurhessischer Offiziere stammt der Name "Konräderchen" aus dem Anfang der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Bekanntlich wurden den verschiedenen Signalen Worte untergelegt, die teils in den Kasernen entstanden, teils überliefert waren, und die die Rekruten lernen mußten. Zu einem der Signale, und zwar zum Essen, lauteten die Worte: Kamerad komm', Kamerad komm'! Kommst du nicht so hol' ich dich, und bring dich in Prison! Als nun bei einer Rekrutenprüfung der examinierende Offizier einen Soldaten, der zufällig Konrad hieß, fragte: "Wie heißt das Signal zum Essen?", antwortete dieser, der sich offenbar mehr als Konrad denn als Kamerad fühlte: "Konrad komm', Konrad komm'" usw. Danach wurde dann zuerst nur die erste Kompagnie, später aber das ganze Regiment "Konräderchen" genannt. Die Soldaten betrachteten freilich diese Bezeichnung als Spottnamen, was zu häufigen Streitigkeiten Anlaß gab. Wenn diese Erklärung auch recht plausibel erscheint, so ist doch zu beachten, daß Hermann v. Pfister schon vor mehr als fünfzig Jahren erzählte, er habe als kleiner Junge von seinem Vater gehört, die Truppe heiße von alters her so, weil in ihrem Aushebungsgebiet der Vorname Konrad sehr häufig sei. So habe einmal bei einem scherzhaften Versuch beinah ein ganzes Glied hindurch Mann für Mann seinen Vornamen als Konrad angegeben. Fügen wir noch hinzu, daß v. Ditfurth in einem seiner Werke, wo er das Volksaufgebot vom Jahr 1792 behandelt, schreibt: "Indessen stand des kleinen Hessenlandes armer Bauern-Konrad an seiner Heimat Mark, das biedere Herz furchtlos und treu", so kann man doch annehmen, daß die Bezeichnung "Konräderchen" bis in das vorvorige Jahrhundert zurückreicht.